Kick-off „Medienscouts in Leipzig“: gelungener Auftakt für neue Initiativen an weiterführenden Schulen
Am 26. Februar 2026 fand in der Aula der Immanuel-Kant-Schule Leipzig die Kick-off-Veranstaltung zur Initiative „Medienscouts in Leipzig“ statt. Rund 60 Personen kamen zusammen, darunter mehr als 20 Schülerinnen und Schüler. Vertreten waren insgesamt 15 weiterführende Schulen, darunter drei Schulen mit bereits bestehenden Medienscouts-Initiativen. Darüber hinaus nahmen auch Gäste und Interessierte aus den MPZ-Standorten Dresden, Meißen und Pirna teil.
Bereits zu Beginn wurde deutlich, wie groß das Interesse am Thema ist: Viele Schulen kamen nicht nur mit Lehrkräften, sondern brachten auch Schülerinnen und Schüler mit. Genau diese gemeinsame Teilnahme prägte die Veranstaltung in besonderer Weise. Denn Medienscouts leben davon, dass Schule Medienbildung nicht nur für Jugendliche, sondern mit Jugendlichen gestaltet.
Einblick in die Arbeit von Medienscouts
Die Veranstaltung bot einen ersten umfassenden Einblick in Ziele, Möglichkeiten und konkrete Umsetzungsformen von Medienscouts-Projekten. Besonders wertvoll war dabei, dass die Teilnehmenden nicht nur Informationen erhielten, sondern direkt erleben konnten, wie unterschiedlich Medienscouts-Arbeit an Schulen aussehen kann – von Peer-to-Peer-Angeboten über Präventionsformate bis hin zu medienpädagogischen Projekten und Unterstützungsstrukturen im Schulalltag.
Impulsvortrag von Claudia Kuttner und Angela Johanning
Ein besonderer Programmpunkt war der Impulsvortrag von Claudia Kuttner und Angela Johanning, den Koordinatorinnen der Medienscouts-Initiative in Sachsen. Sie gaben den Anwesenden einen anschaulichen Einblick in die Aufgaben und Potenziale von Medienscouts an Schulen. Deutlich wurde dabei: Medienscouts sind weit mehr als Ansprechpersonen für Medienfragen. Sie können dazu beitragen, Medienkompetenz in der Schulgemeinschaft sichtbar zu machen, Mitschülerinnen und Mitschüler zu sensibilisieren und Peer-to-Peer-Lernprozesse anzustoßen.
Zu den zentralen Aufgabenfeldern zählen unter anderem:
- Peer-to-Peer-Unterstützung, also die Weitergabe von Wissen und Erfahrungen an Gleichaltrige
- Sensibilisierung für digitale Medien und die Förderung einer reflektierten Nutzung digitaler Inhalte
- die Entwicklung und Begleitung eigener Projekte zur Medienbildung an der Schule
- Methoden kennenlernen und selbst aktiv werden
Im Anschluss an den Vortrag hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Lehrkräften verschiedene Methoden zur Medienbildung kennenzulernen. In durchmischten Gruppen wurde rotiert, was zu einer ausgelassenen und kreativen Atmosphäre führte. Diese ersten praktischen Erfahrungen bildeten ein wertvolles Startpaket für die angehenden Medienscouts.
Gerade diese Verbindung aus Input, gemeinsamer Aktivität und praktischer Erprobung wurde von vielen Teilnehmenden als besonders abwechslungsreich und kurzweilig wahrgenommen.
Austausch beim „Markt der Möglichkeiten“
Zum Abschluss bot der „Markt der Möglichkeiten“ Gelegenheit, mit Vertreterinnen und Vertretern bestehender Medienscouts-Initiativen ins Gespräch zu kommen. Dieser Teil wurde von vielen Teilnehmenden besonders geschätzt. Der direkte Austausch mit Schulen, die bereits Erfahrungen gesammelt haben, machte deutlich, wie vielfältig Medienscouts-Projekte umgesetzt werden können – und wie viel Motivation darin steckt, eigene Ideen an der eigenen Schule weiterzuentwickeln.
Große Motivation für die nächsten Schritte
Viele Teilnehmende verließen die Veranstaltung motiviert, selbst eine Medienscouts-Initiative an ihrer Schule anzustoßen. Besonders wertvoll wurde dabei die Möglichkeit empfunden, konkrete Fragen zu stellen, Erfahrungen anderer Schulen kennenzulernen und erste Vorstellungen für die eigene Umsetzung zu entwickeln.
Zugleich wurden bereits Themen sichtbar, bei denen weiterer Unterstützungsbedarf besteht. Im April startet deshalb ein erstes Workshop-Angebot für bestehende und neue Medienscouts-Initiativen zum Thema „Exzessive Mediennutzung“. Darüber hinaus signalisierten mehrere Beteiligte bereits Interesse an Unterstützungsangeboten zum Thema Cybermobbing.
Feedback der Teilnehmenden
Die Rückmeldungen zur Veranstaltung fielen insgesamt sehr positiv aus. Besonders geschätzt wurden die abwechslungsreiche Gestaltung, der Austausch mit anderen Schulen und die Möglichkeit, bestehende Medienscouts-Initiativen kennenzulernen. Viele Teilnehmende gingen motiviert aus dem Nachmittag heraus und nahmen konkrete Anregungen für die eigene Schule mit. Gleichzeitig wurde deutlich, dass für die weitere Entwicklung vor allem mehr Zeit für Austausch, praktische Unterstützung bei den nächsten Schritten und thematische Vertiefungen hilfreich wären.
Ein gelungener Auftakt
Die Kick-off-Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß das Interesse an Medienscouts in Leipzig ist und wie viel Potenzial in peerbasierten Ansätzen der Medienbildung steckt. Wenn Lehrkräfte und Schülerinnen bzw. Schüler gemeinsam an solchen Themen arbeiten, entstehen wichtige Impulse für eine Schule, die Medienbildung partizipativ, lebensnah und zukunftsorientiert gestaltet.
Die nächste Chance, Einblicke in Medienscouts-Initiativen an Leipziger Schulen zu erhalten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, bietet sich beim kdd-forum des MPZ Leipzig am 12. März.







